LebensZeiten e.V. - Verein für Gesundheitsförderung und Psychoonkologie

Anfänge der Psychoonkologie in Deutschland

Wilhelm-Kempf-Haus

In Deutschland hat sich die Psychoonkologie seit den 1970er Jahren entwickelt. Diese Zeit war von bedeutsamen gesellschaftlichen Veränderungen geprägt. In vielen gesellschaftlichen Bereichen kamen Forderungen nach mehr Transparenz und größerer Teilhabe und Mitsprache auf. Im Hinblick auf die Krebsmedizin wurde immer häufiger gefordert, die bestehende Tabuisierung des Themas Krebs aufzubrechen und offener über diese Krankheit zu sprechen. Die Schauspielerin, Sängerin und Autorin Hildegard Knef veröffentlichte 1975 ihr Buch Das Urteil - ein Buch über Krebs. Hildegard Knef war selbst an Brustkrebs erkrankt. Zum ersten Mal sprach eine Prominente offen über Krebs und löste damit intensive Diskussionen aus. Die Ärztin Dr. Mildred Scheel engagierte sich als Gattin des damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel in besonderer Weise für das Thema und gründete 1974 die Deutsche Krebshilfe mit dem Ziel, Krebskrankheiten mit all ihren Erscheinungsformen zu bekämpfen.

Weitere Entwicklung

In den 1970er Jahren entstanden auch die ersten Selbsthilfegruppen für Krebskranke. Und im Zeitraum von 1978 bis Ende der 1980er Jahre wurden erstmals an fünf Universitätskliniken in Deutschland (Essen, Hamburg, Heidelberg, Köln, und München) Projekte zur psychosozialen Betreuung von Krebspatienten durch die Deutsche Krebshilfe gefördert.

Der erste Psychoonkologische Fachverband, die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie e.V. (dapo), entstand im Jahr 1983. Die Jahrestagungen der dapo finden ürigens zumeist im Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden (Bild) statt. Fünf Jahre später folgte die Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie (PSO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. Von Anfang an war die Psychoonkologie wie auch die Arbeit in den Fachverbänden durch eine interdisziplinäre Form der Zusammenarbeit von Psychologen, Medizinern, Sozialwissenschaftlern und Angehörigen anderer Berufsgruppen geprägt.

Da psychoonkologisches Wissen und Können in den grundständigen Ausbildungen (z.B. Medizin, Psychologie, Sozialarbeit) kaum vermittelt wird, brachten die beiden Fachverbände (dapo und PSO) im Jahr 1994 den Verein für Fort- und Weiterbildung Psychosoziale Onkologie e.V. (WPO) auf den Weg.



Psychoonkologie im Nationalen Krebsplan (NKP)

Auch im Nationalen Krebsplan ist die Psychoonkologie verankert. Der Nationale Krebsplan ist seit 2008 ein Koordinierungs- und Kooperationsprogramm zur Weiterentwicklung und Verbesserung sowohl der Früherkennung von Krebs als auch der Versorgung von krebskranken Menschen in Deutschland.

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S3 Leitlinie Psychoonkologie

Im Februar 2014 wurde die S3-Leitlinie "Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten" ist veröffentlicht. Damit sind wichtige Voraussetzungen für eine qualitätsgesicherte psychoonkologische Versorgung der Patienten geschaffen worden.

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